Studienreise des Familienbundes nach Erfurt

Studienreise Erfurt

von Redaktion Familienbund

25 Multiplikatoren des Familienbundes machten sich in der Zeit vom 17.09. bis zum 20.09.2015 auf den Weg zu einer Studienreise nach Erfurt. Michael Hullermann als Leiter der Gruppe hatte ein interessantes Programm zusammengestellt, das sowohl kirchliche, politische und geschichtliche Themen behandelte.

Neben der historischen Stadtführung am Freitag durch die Altstadt mit Krämerbrücke, Rathaus, Universitätsviertel, Allerheiligenkirche, Predigerkirche und dem Ensemble von Dom St. Marien und der Severikirche stand die Führung in der Alten Synagoge auf dem Programm. Die Alte Synagoge ist mit ihren ältesten Bauteilen aus dem 11. Jahrhundert die älteste bis zum Dach erhaltene Synagoge in Mitteleuropa. In dem erst nach der Umnutzung zum Speicher eingebauten Keller wird der Schatz gezeigt, der aus Münzen, Schmuck sowie einem einzigartigen jüdischen Hochzeitsring besteht. Im Anschluss besichtige die Gruppe die im Frühjahr 2007 in der Erfurter Kreuzgasse entdeckte, mittelalterliche Mikwe. Sie bildet einen wichtigen Bestandteil des jüdischen Lebens in Erfurt und stellt eine Besonderheit unter den Mikwen dar.

Am Samstag stand die Kirchenführung durch den Dom St. Marien und die Kirche St. Severi auf dem Programm und nachmittags ein Besuch der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstrasse der Stiftung Ettersberg.

Die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße erinnert an Unterdrückung und Widerstand während der SED-Diktatur in Thüringen 1949-1989. Im Gebäude der heutigen Gedenkstätte betrieb das Ministerium für Staatssicherheit der DDR eine Untersuchungshaftanstalt. Mehr als 5000 Menschen wurden hier inhaftiert, weil sie sich dem kommunistischen Regime widersetzt hatten. Doch am 4. Dezember 1989 triumphierte die Freiheit: Couragierte Menschen besetzten die Erfurter Bezirksverwaltung der Staatssicherheit in der Andreasstraße – es war die erste Besetzung einer Bastion der gefürchteten »Stasi« während der Friedlichen Revolution.

Der Leiter der Einrichtung führte die Gruppe durch die Ausstellung „Haft, Diktatur, Revolution“ und machte die Gruppe mit der Schattenseite der SED-Diktatur vertraut. Der Führung schloss sich eine 60-minütige Begegnung mit einem katholischen, in der Kirche engagierten Zeitzeugen an. Es entwickelte sich eine sehr intensive Begegnung. Zum Schluss erhielt jeder Teilnehmer vom Leiter der Einrichtung eine kleine Broschüre zum Thema „Kirchen in der DDR“ - Niemals voll in das Regime integriert von Peter Maser.

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